Zurück zu den News

Schutz vor Naturgefahren

Beim Bauen und Sanieren von Gebäuden müssen zahlreiche Aspekte berücksichtigt werden. Aktuell werden besonders Themen wie Wärme- und Feuchteschutz, Schallschutz und Brandschutz prioritär behandelt und geniessen einen hohen Stellenwert. Selbst die Aspekte des hindernisfreien Bauens finden mittlerweile die nötige und gebührende Beachtung beim Planen und Realisieren von Bauten.

Was jedoch noch oftmals zu kurz kommt, ist der Schutz vor Naturgefahren. Wer macht sich bei der Renovation seines Hauses schon Gedanken über ein statistisch alle 300 Jahre eintretendes Hochwasser, oder informiert sich über die Hagel- oder Sturmwindgefährdung seiner Immobilie?

Mit der Ausdehnung von Siedlungen in gefährdete Gebiete und dem Anstieg an Sachwerten nimmt auch das Schadenpotenzial durch Naturereignisse stetig zu. Dies haben Bund, Kantone und die Gebäudeversicherer erkannt und stellen mittlerweile ein gut ausgebautes Set an Planungstools und Hilfsmittel für die Schadenprävention zur Verfügung.

Auf der interaktiven Webseite «Schutz vor Naturgefahren» finden sowohl Eigentümer als auch Planer wertvolle Informationen und Tools zur Situationsanalyse und/oder Planung ihrer Immobilie. Weitere detaillierte Informationen finden Sie in den Kantonalen GIS (Geo-Informations-System) und bei den kantonalen Gebäudeversicherungen.

Für die Bemessung der verschiedenen Einwirkungsgrössen ist schliesslich die Norm SIA 261/1:2020 und deren Wegleitung SIA 4002:2020 zu berücksichtigen.

Was gilt es in diesem Kontext am und ums Fenster zu beachten?

Nebst der Erfüllung der generellen Leistungsanforderungen wie Luftdichtigkeit, Schlagregendichtheit und Widerstandsfähigkeit gegen Windlast (Aufzählung nicht abschliessend), gibt es einige wichtige Punkte zu beachten.

Es empfiehlt sich besonders die Hagelgefährdung des Objekts genauer zu betrachten und frühzeitig in der Materialisierung von Fenstern, Fensterbänken und Beschattungsanlagen zu berücksichtigen.

Weiter kann der Oberflächenabfluss von Starkregen und die generelle Hochwassergefährdung des Objekts einen grossen Einfluss auf die Schwellenhöhen und das Abdichtungskonzept der im Erdgeschoss befindlichen Fenster und Türen haben. Besonders im Bereich von Sanierung und Renovation, wo keine Geländeanpassungen etc. möglich sind, können sich hier Spannungsfelder eröffnen. Dies, da z.B. seitens des hindernisfreien Bauens gegenteilige Anforderungen an die Schwellenhöhen gestellt werden. Eher seltene Herausforderungen im Bereich der Fenster sind Lawinen und Murgänge. In diesen Bereichen ist es jedoch oftmals notwendig, Zusatzkomponenten wie z.B. Anprallgläser, o.ä. einzuplanen. Es empfiehlt sich auch hier sich bereits in früher Planungsphase intensiv mit der Thematik auseinanderzusetzen, weil sich entsprechende Komponenten auch gestalterisch auswirken. Werden diese nach erteilter Baubewilligung geändert, ergänzt oder erst dann geplant, hat dies oftmals ein nochmaliger Behördengang zur Folge. Zudem können allenfalls nicht kalkulierte Kosten entstehen aufgrund von möglichen weiteren Planungsarbeiten usw.

Benötigen Sie Unterstützung bei der Planung oder Umsetzung? Unser Team unterstützt Sie gerne.