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Schlagregendichtheit von Fenstern und Türen

Die Dichtigkeit gegen Schlagregen wird im Fenster- und Türenbau am Verhalten der geprüften Fensterelemente unter Einwirkung von Wasser (Regen) in Kombination mit Wind geprüft. Um die Wirkung von Wind zu simulieren wird auf dem Prüfstand mit Druckunterschieden zwischen der Innen- und Aussenseite gearbeitet. Auch die Bauweisen und Grössen der Elemente beeinflussen das Verhalten der Elemente, weshalb bei einer Systemprüfung verschiedene Elementgrössen und Bauweisen geprüft werden, um für das gesamte Anwendungsspektrum der Fenster oder Türen repräsentative Resultate zu erzielen.

Schlussendlich werden die geprüften Systeme je nach erreichten Prüfwerten in verschiedene Klassen unterteilt.

Ein Prüfelement muss zum Beispiel zur Erreichung der Klasse 4A für 30 Minuten und bis zu einem kontinuierlich ansteigenden Druck von 150 Pascal Druckunterschied dicht bleiben. Um die Klasse 9A zu erreichen, muss dasselbe Element jedoch bereits für 50 Minuten und bis zu einem Druck von 600 Pascal dicht bleiben.

Mit Hilfe dieser Tests werden die Launen der Natur in mess- und fassbare Grössen eingeteilt. Es wird somit ein Raster geschaffen, um die Leistungsfähigkeit der verschiedenen Fenster- und Türprodukte zu messen und zu bewerten.

Dies stellt eine grosse Hilfe für die Planer und Handwerksbetriebe dar, welche die entsprechenden Anforderungen für Fenster und Türen unter Berücksichtigung von Standort, Lage, Grösse und Gebäudeform definieren müssen. Es ist und bleibt aber eine Annäherung und entspricht nicht der vollen Bandbreite der möglichen Wettergeschehnisse.

Es gilt auch zu erkennen, dass in den letzten Jahren und Jahrzehnten häufigere und teils intensivere Starkregenereignisse festgestellt werden. Insbesondere in den Monaten von Juni bis Oktober und nicht selten begleitet von starken Winden.

Zur Einordnung: 59 km/h (Steifer Wind) bewirken ca. 160 Pascal Staudruck (Schlagregendichtheitsklasse 4A); 114 km/h (orkanartiger Sturm) bewirken ca. 600 Pascal Windlast (Schlagregendichtheitsklasse 9A)

Treten nun an Orten Wetterereignisse mit einer Intensität auf, welche die (auf Basis der Wetterdaten und Planergrundlagen) voraussehbaren Ereignisse übertreffen, kann es folglich trotzdem punktuell zu einem Wassereintritt ins Gebäudeinnere kommen, OHNE dass hier automatisch ein Mangel am Werk vorliegt.

Hier kommt auch der zeitgenössischen Architektur eine nicht zu unterschätzende Rolle zu. Diese sieht oft wenig oder gar keinen konstruktiven Wetterschutz im Bereich von Fenstern mehr vor, was der Gesamtkonstruktion allfällige Reserven entzieht.

Auch steht und fällt die Dichtigkeit von Fensterelementen mit der gewissenhaften und regelmässigen Ausführung des notwendigen Unterhalts und Justierung. So ist es nachvollziehbar, dass schlecht eingestellte Flügel, zerdrückte Dichtungen oder verstopfte Entwässerungsöffnungen schlechte Voraussetzungen im Falle eines Starkregenereignisses sind.

Haben Sie Fragen zum Unterhalt oder der Planung von Fenstern hinsichtlich Schlagregendichtheit?

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